Kann die Vorbehandlung für unterschiedliche Teile individuell angepasst werden?

Für eine einwandfreie Oberflächenvorbehandlung ist die Vorbehandlung mitentscheidend bzw. die wichtigste Komponente für eine qualitativ hochwertige Beschichtung.

Zur normalen Vorbehandlung im KTL-Prozess gehören das Entfetten, die Aktivierung der Oberflächen, die Zinkphosphatierung und die anschließende Passivierung. Je nach Substrat und Verschmutzungsgrad werden verschiedene chemische Vorbehandlungsprogramme eingesetzt. Bei Druckgussprodukten aus Zink-, Aluminium- und Magnesiumverbindungen ist beispielsweise eine angepasste Vorbehandlung unabdingbar. Prozessbedingt sind einige KTL-Beschichter nicht in der Lage ihre Vorbehandlungen bezüglich eingesetzter Chemie und Temperatur zu ändern. Hier muss ganz klar das Artikelspektrum betrachtet werden. Oft ist es möglich einen Artikelmix zu fahren, um eine Übersäuerung der Bäder zu vermeiden und z.B. mit Fluoriden entgegenzuwirken. Die Vorbehandlung kann grundsätzlich nicht für einzelne Bauteile geändert werden.

So dürfen z.B. bei der spanenden und spanlosen Bearbeitung nur Hilfsstoffe (z.B. Kühlschmierstoffe, Ziehöle, Schleif-, Polier- und Strahlmittel) verwendet werden, die durch wässrige Reiniger entfernt werden können. Besonders Entformungsschmierstoffe, die im Gussprozess eingesetzt werden und z.T. in die Oberfläche diffundieren können, beeinflussen, wenn sie nicht vollständig entfernt werden, die Beschichtung sehr negativ. Unter Umständen müssen diese vorher durch Schleifen oder Strahlen gründlich entfernt werden. Eine weitere Problematik sind Lunker, die beim Gussprozess entstehen können und in der nachfolgenden spanenden Bearbeitung angeschnitten werden. Hier entstehen dann offene Poren und Kapillare, was zu Oberflächenstörungen in der KTL-Beschichtung führt.

Reinigung vor der Vorbehandlung

Ganz wichtig ist auch die Beseitigung von Silikonrückständen. Diese sorgen nicht nur für ein schlechtes Beschichtungsergebnis, sondern bereits kleinste Mengen können Vorbehandlungsbäder oder das KTL-Tauchbad kontaminieren. Das zieht aufwendige und kostenintensive Reinigungsarbeiten und Produktionsausfälle nach sich. Alle Medien, die mit dem rohen Werkstück in Kontakt kommen, müssen bezüglich ihrer Verträglichkeit mit Lackier- und Beschichtungsprozessen spezifiziert werden. Das gilt auch für Beschichtungsmedien für einen temporären Korrosionsschutz bei der Zwischenlagerung von Werkstücken im Freien oder beim Transport auf dem LKW. Auch diese temporären Beschichtungen bzw. Konservierungen müssen mit wässrigen Lösungen rückstandsfrei entfernt werden können.

Ebenfalls zu vermeiden ist die Kennzeichnung von Bauteilen mit wasserfesten Edding- oder Wachsmarkierungsstiften. Auch Aufkleber und Klebebänder hinterlassen beim Entfernen Kleberrückstände, die nur schwer zu entfernen sind.

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