WAs ist eine KTL Beschichtung?

KTL steht für Kathodische Tauchlackierung. Bei diesem elektrochemischen Tauchverfahren werden elektrisch leitfähige Bauteile vollständig in ein wasserbasiertes Lackbad eingetaucht und als Kathode geschaltet. Der Lack scheidet sich gleichmäßig auf der Oberfläche ab und erreicht – abhängig von Bauteilgeometrie und Prozessführung – auch schwer zugängliche Bereiche. Anschließend wird die Beschichtung eingebrannt und zu einem geschlossenen Lackfilm vernetzt. KTL wird vor allem eingesetzt, wenn hohe Anforderungen an Korrosionsschutz, Haftung und reproduzierbare Schichtdicken bestehen – etwa im Automotive-Bereich, Maschinenbau oder bei industriellen Serienbauteilen.

Wie funktioniert der KTL Beschichtung Prozess?

Der KTL-Prozess lässt sich vereinfacht in drei Schritte gliedern: Zunächst werden die Bauteile gereinigt und auf die Beschichtung vorbereitet. Anschließend werden sie in das KTL-Bad eingetaucht. Durch elektrischen Strom scheidet sich der wasserbasierte Lack auf der leitfähigen Oberfläche ab. Zum Abschluss wird die Lackschicht im Ofen eingebrannt und zu einem geschlossenen, belastbaren Film vernetzt.

Den vollständigen Ablauf von Reinigung und Vorbehandlung bis zur Lackabscheidung und zum Einbrennen erklären wir im Beitrag „KTL-Beschichtung: Ablauf und Prozess im Detail“.

Schritte des KTL Beschichtung Prozesses:

  1. Vorbehandlung: Zunächst werden die Werkstücke gründlich gereinigt und entfettet, um Schmutz, Öl und andere Verunreinigungen zu entfernen. Hierbei kommen alkalische Reinigungsmittel und Phosphatierung zum Einsatz, die die Oberfläche für die Beschichtung vorbereiten.
  2. Beschichtung: Die Teile werden in ein Tauchbad mit einem elektrisch leitfähigen, wässrigen Lack getaucht. Durch Anlegen einer Spannung wird der Lack gleichmäßig auf die Oberfläche aufgetragen. Dieser Schritt sorgt dafür, dass auch schwer zugängliche Bereiche und Hohlräume beschichtet werden.
  3. Aushärtung: Im letzten Schritt wird die Beschichtung bei Temperaturen zwischen 150 und 230 °C eingebrannt. Dies vernetzt den Lack zu einem robusten, lösemittel- und korrosionsbeständigen Film.

welche Vorteile bietet die KTL-Beschichtung

Die KTL-Beschichtung bietet zahlreiche Vorteile, die sie zu einer beliebten Wahl für viele Industrien machen:

  • Hoher Korrosionsschutz für industrielle Metallbauteile
  • Gleichmäßige Beschichtung auch bei komplexen Geometrien und schwer zugänglichen Bereichen
  • Reproduzierbare und gezielt einstellbare Schichtdicken
  • Gute Haftung auf geeigneten, korrekt vorbehandelten Substraten
  • Hohe Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit je nach Lacksystem und Anforderung
  • Wasserbasiertes Verfahren mit hoher Materialausnutzung
  • Für große Stückzahlen und industrielle Serienprozesse geeignet

welche Werkstoffe können KTL-Beschichtet werden?

Je nach Werkstoff, Legierung und geforderter Schutzwirkung kommen unterschiedliche Vorbehandlungen zum Einsatz. KTL-Beschichtungen sind unter anderem auf Stahl, Edelstahl, Aluminium, Zink bzw. verzinkten Oberflächen, Gusseisen sowie weiteren elektrisch leitfähigen Metallen möglich. Ob ein Bauteil für den vorgesehenen KTL-Prozess geeignet ist, sollte anhand von Werkstoff, Geometrie, Vorbehandlung und späterer Beanspruchung geprüft werden.

Für Aluminium gelten besondere Anforderungen an Vorbehandlung und Prozessführung. Mehr dazu: „KTL-Beschichtung für Aluminium – geht das?

wo wird KTL-beschichtung eingesetzt?

KTL wird vor allem dort eingesetzt, wo Bauteile dauerhaft vor Korrosion geschützt und in reproduzierbarer Qualität beschichtet werden müssen. Typische Anwendungen finden sich in der Automobilindustrie, im Maschinen- und Anlagenbau, bei Baumaschinen, in der Elektroindustrie sowie bei weiteren industriellen Serienbauteilen. Besonders geeignet ist das Verfahren für Teile mit komplexer Geometrie, Hohlräumen oder schwer zugänglichen Bereichen, sofern diese konstruktiv für den Tauchprozess ausgelegt sind.

was muss bei der Konstruktion von Bauteilen beachtet werden?

Da KTL ein Tauchverfahren ist, muss die Prozessflüssigkeit alle zu beschichtenden Bereiche erreichen und anschließend wieder vollständig ablaufen können. Bereits bei der Bauteilkonstruktion sollten deshalb einige Grundregeln berücksichtigt werden:

  • Hohlräume ausreichend be- und entlüften sowie geeignete Ablaufmöglichkeiten vorsehen.
  • Enge Spalten, ungünstige Hinterschneidungen und Flüssigkeitsnester möglichst vermeiden.
  • Aufnahme- und Kontaktstellen für Gestelle frühzeitig berücksichtigen.
  • Fügetoleranzen und Funktionsflächen unter Berücksichtigung der vorgesehenen Schichtdicke auslegen.
  • Silikonhaltige oder schwer abwaschbare Rückstände bereits in vorgelagerten Prozessen vermeiden.

Ausführliche Konstruktionshinweise finden Sie im Whitepaper „KTL-Beschichtung – Lackiergerechtes Konstruieren.

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Sie suchen einen Partner für industrielle KTL-Beschichtung? Im Ebbinghaus Verbund bieten OFTEC in Hagenbach und Styria Coating in Graz KTL für industrielle Bauteile und Serienanwendungen. Angaben zu maximalen Teilemaßen, Gewichten, Schichtdicken, Vorbehandlungen und OEM-Spezifikationen finden Sie auf unserer Leistungsseite.