Ebbinghaus-Historie

Am Anfang war die Schere

Seit vier Generationen ist der Name Ebbinghaus ein Synonym für die Veredelung von besonderen Teilen. Teile, die unsere Kunden herstellen und für die sie mit ihrem guten Namen einstehen. Wir schützen und veredeln diese Teile und werden so ein Teil dieser Produkte.

Ebbinghaus-Historie-01Mit unseren Oberflächen werden die Teile mehr als die Summe der Arbeitsgänge, sie werden zu EBBINGHAUS Teilen. Unsere Teile finden Sie überall, in der Automobilindustrie wie auch bei der Bahn, der Schifffahrt und im Haushalt- im Krankenhaus, in Fahrrädern und immer dort, wo Oberfläche schützt, gestaltet und veredelt.

Lesen Sie die bewegte Geschichte unseres Familienunternehmens in vier Kapiteln von 1862 bis heute:

Ernst Ebbinghaus 1862 - 1951

Ebbinghaus-Historie-02Im Jahre 1862, als Otto von Bismarck in Berlin an der Havel das Amt des Ministerpräsidenten antrat, um zum eigentlichen Lenker der preußischen und später dann der deutschen Politik zu werden, erblickte fernab von diesen beiden Orten am 28. November in Hückeswagen an der Wupper Ernst Ebbinghaus als fünftes Kind und vierter Sohn seiner Eltern das Licht der Welt. Nach Beendigung seiner Schulzeit und der Absolvierung einer Lehre als Anstreicher bei den Bismarck- Werken in Radevormwald blieb er noch etliche Jahre dort tätig und wurde hauptsächlich mit dem Aufbringen eines Farbanstrichs auf Fahrradrahmen und Fahrradfelgen beschäftigt. Im Alter von 29 Jahren heiratete er in Hückeswagen und siedelte dann einige Jahre später mit seiner Familie nach Köln-Lindenthal über, wo er wieder in einem Industrieunternehmen als Anstreicher sein Brot verdiente. Im Jahre 1906 ließ sich Ernst Ebbinghaus in Solingen – Ohligs nieder, wo er bei Mercedes Benz in Düsseldorf wiederum auf dem Sektor des Farbanstrichs eine Stelle als Meister übernahm. Als dann im Jahre 1907 wieder ein Sohn geboren wurde (insgesamt fünf Söhne und eine Tochter) erwarb er ein Grundstück an der Schwanenstraße in Solingen-Ohligs, auf welchem er ein Wohnhaus für seine Familie baute. Um seinen Söhnen für später einen Broterwerb zu sichern, ließ er auf dem Hintergelände ein kleines Betriebsgebäude errichten und installierte dort eine Scherenhärterei, weil sich eine solche gerade für die Solinger Schneidwarenindustrie anbot. In diesem Betrieb waren bis zu Beginn des ersten Weltkrieges im Jahre 1914 drei seiner Söhne beschäftigt. Trotz der schon unverkennbar immer weiter fortschreitenden Inflationsgefahr fasste er im Jahre 1923 den für die damalige Zeit äußerst kühn anmutenden Entschluss, seine gesicherte Stellung als Meister eines fremden Betriebes kurzfristig aufzugeben und sich nunmehr in den von ihm erstellten Betriebsräumen selbständig zu machen. Somit wurde der 21. März 1923 zum Gründungstag der ERNST EBBINGHAUS KG.

Ebbinghaus-Historie-03War die Scherenhärterei gänzlich auf die Belange der Solinger Schneidwarenindustrie ausgerichtet, so blieb dieser Umstand auch noch für die nachfolgenden Jahre dominierend- nur wurde an Stelle des Scherenhärtens nunmehr für den Oberflächenschutz der Solinger Erzeugnisse gearbeitet. Einer solchen Bearbeitung wurden anfänglich hauptsächlich Kastenmesser und Scheren unterworfen. Damals wurden die Kastenmesser noch von Hand in schwarzen Asphaltlack getaucht oder aber mit einem Pinsel gestrichen und dann anschließend in mit Kohle beheizten Öfen getrocknet. Die Scherenaugen wurden ebenfalls getaucht und der Lack nachher eingebrannt. Der erste, für die spätere Zukunft richtungweisende Schritt wurde Anfang der 20er Jahre mit der Einführung des Spritzverfahrens getan. Sieht man von dem Oberflächenschutz für die Scherenaugen ab, so wurden jetzt die Taschenmesserschalen nicht mehr getaucht oder gestrichen, sondern der Lack wurde mit Hilfe einer Spritzpistole, allerdings auch noch von Hand aus, auf die zu bearbeitenden Teile aufgespritzt. Für fast alle Industriezweige wurde die Spritzlackierung fortan das meist angewandte Verfahren zur Erzielung eines farblichen Oberflächenschutzes. Hierbei wird Pressluft zu einer im Pistolenkopf befindlichen Düse geleitet, dort mit dem der Pistole ebenfalls durch Ansaugung zugeführten Lack vermischt und schließlich beim Verlassen der Pistole in feinsten Partikelchen auf das zu lackierende Werkstück versprüht.

Durch dieses Verfahrens war es nunmehr möglich, auch andere Industrieartikel zu lackieren- und zwar in den verschiedensten Farbtönen. In den Arbeitsräumen an der Schwanenstraße wurde das Fertigungsprogramm zunächst erweitert durch Aufträge, die den Oberflächenschutz für Fahrrad- und Motorradrahmen, sowie deren Felgen vorsahen. Als Äquivalent für das Emaillieren wurden jetzt auch Aschenschösser und Abfalleimer in großen Mengen spritzlackiert und anschließend eingebrannt. Die Lackierung erfolgte bereits in kleinen Spritzkabinen. Mit diesem Verfahren war ein besseres Ergebnis zu erzielen als beim Anstreichen mit einem Pinsel, jedoch wurden schon jetzt an den Spritzlackierer höhere Ansprüche gestellt, damit er nicht nur schneller, sondern auch sauberer arbeiten konnte. Der 24. Oktober 1929, welcher als „Schwarzer Freitag“ in die amerikanische Börsengeschichte einging und eine Weltwirtschaftskrise mit in den nächstfolgenden Jahren immer mehr steigenden Arbeitslosenzahlen nach sich zog, ging auch an der Lackiererei Ebbinghaus nicht spurlos vorüber. Verringerter Ausstoß und Entlassungen von Mitarbeitern waren die zwangsläufigen Folgen. Erst als sich im Jahre 1933 das Ende dieser Krise abzeichnete, begann dann langsam, aber kontinuierlich, wieder eine aufsteigende Tendenz.

Erich Ebbinghaus 1907 - 1971

Ebbinghaus-Historie-04Erich Ebbinghaus, der im Jahre 1907 geborene jüngste Sohn, war nach seiner Ausbildung als Stahlwarenhärter bereits im Gründungsjahr in den von seinem Vater geführten Lackierbetrieb eingetreten. Aufgrund der im Laufe der Jahre in Bezug auf die Lackiertechnik gesammelten Erfahrungen ging er im Jahre 1933 vorübergehend nach Köln, um bei der Lackfabrik Herbig Haarhaus als Lacktechniker und Lackiervorführer tätig zu werden. Auf Wunsch seines inzwischen 72-jährigen Vaters kam er im Jahre 1934 wieder nach Solingen- Ohligs zurück, um an dessen Stelle die Leitung des Betriebes zu übernehmen. Jetzt begann der eigentliche Ausbau und Aufstieg des Unternehmens, zumal mit Erich Ebbinghaus eine Persönlichkeit die Führung übernommen hatte, welche fortan unermüdlich und mit viel Geschick immer darauf bedacht war, neue Fertigungsmethoden zu entwickeln, die Qualität des Oberflächenschutzes zu verbessern und die Kapazität des Betriebes zu erweitern. Neben der Einfarbenlackierung der aus Blech gefertigten Taschenmesserbeschalungen versorgte er bald einen Teil der Solinger Industrie mit mehrfarbigen Lackaufträgen auf Messerschalen, die eine fast täuschend ähnliche Oberfläche von Mahagoni- oder anderen Naturhölzern darstellten und die teilweise noch auf Spezialmaschinen mit Werbesprüchen oder Landschaftsdarstellungen bedruckt wurden. Mitte der Dreißigerjahre war es dann so weit, dass Lackieraufträge aus den benachbarten Großstädten wie Köln, Düsseldorf und Wuppertal kamen, wobei es sich hauptsächlich um Haushaltsgeräte handelte, die meist aus optischen Gründen einen Oberflächenschutz erhalten sollten. In dieser Zeit erhielt Ebbinghaus auch die ersten Aufträge für die Automobilindustrie: beträchtliche Mengen Blechascher für Kraftfahrzeuge wurden in Naturholzfarben lackiert und eingebrannt. Immer auf der Suche nach Neuem, wurde am 30. Mai 1935 für Erich Ebbinghaus ein Patent des damaligen Reichspatentamtes unter der Nr. 659176 erteilt mit der Bezeichnung: „Verfahren zur Herstellung von Lacküberzügen mit Iris- und Perlmuttwirkung auf Metallgegenständen.“ Wie aus der Patentschrift hervorgeht, wurde hierbei besonders gedacht an Lacküberzüge für metallische Gegenstände, wie Taschen- und Rasiermesserhefte, Bestecke, Feuerzeuge, Puderdosen, Kinderspielzeuge, etc. Wieder ein Jahr später konnte die Umstellung aller mit Kohle beheizten Einbrennöfen auf Gas vollzogen werden, und ein weiterer Fertigungszweig wurde das Rommellackieren von Massenartikeln.

Dieses Verfahren sollte einem so behandelten Werkstück im nachgeöltem Zustand einen zeitlich begrenzten Rostschutz verleihen- oder einem anschließend lackierten Artikel eine bessere Haftung geben und zugleich ein Unterrosten an einer mechanisch beschädigten Stelle begrenzen sowie ein Abheben der angrenzenden Lackschichten verhindern. Neben der Lackierung von Artikeln für die Spielzeugindustrie, von Blechbeschlägen für die Hersteller von Reisekoffern in den verschiedensten Farbtönen sowie Haarklammern für die Damenwelt, wurden im Auftrage der deutschen Bundesbahn in großen Mengen Schilder aus Bakelit mit einem Lacküberzug versehen und die darauf vorhandenen Schriftzüge anschließend noch mit einer weißen oder schwarzen Farbe ausgelegt. In riesigen Mengen wurden aus Holz gefertigte Keilabsätze für Damenschuhe produziert, die an der sichtbaren Außenseite eine mit einem besonderen Lackierverfahren erzeugte Kork- oder Leder-Imitation aufwiesen. Als Muster für plastische Erzeugnisse fand hierüber Anfang 1948 eine Eintragung in das Musterregister des Amtsgerichts Solingen statt. Das Jahr 1950 wurde dann im wahrsten Sinne des Wortes zum Schicksalsjahr des sich noch in den Nachkriegswehen windenden Betriebes. Als Ergebnis eines äußerst sinnvoll konstruierten zusammenlegbaren Transportbehälters, welcher von der deutschen Bundesbahn für den Transport von Gütern auf dem Schienenwege eingesetzt werden sollte, und die Annahme des Lackierauftrages für Mitte 1950, wurde das Unternehmen erstmalig mit einer größeren Aufgabe konfrontiert. In den bislang genutzten Räumen konnte dieser Großauftrag nicht zusätzlich durchgesetzt werden, und so musste zwangsläufig ein Zweigbetrieb gemietet werden, der dann in Solingen-Weyer gefunden wurde. Von diesem Augenblick an zeichnete sich langsam eine stetige bis zum heutigen Tage anhaltende Aufwärtsentwicklung ab.

Ebbinghaus-Historie-05Im Jahre 1951 – dem Todesjahr des Gründers Ernst Ebbinghaus – gelang es schließlich, ein größeres unbebautes Grundstück in Solingen-Ohligs an der Dunkelnberger Straße zu erwerben. Im Jahr darauf wurde auch schon mit dem Bau des ersten Teiles des heute stehenden Betriebes begonnen. Im gleichen Jahr trat Ernst Ebbinghaus, Sohn von Erich Ebbinghaus, ins Unternehmen ein. Nach Fertigstellung des für Büroräume und Hygienezwecke unterkellerten neu geschaffenen Werkraumes wurde im Jahre 1953 sofort mit dem Lackieren von Mantelblechen für die damals neu auf den Markt gekommenen ersten deutschen vollautomatischen Waschmaschinen angefangen. Diese Fertigung übte bis zum Ausgang der sechziger Jahre einen ganz beträchtlichen Einfluss auf die weitere Betriebsgestaltung aus- und blieb bei späteren Betriebserweiterungen infolge der Größenordnung der zu lackierenden Teile immer ein dominierender Faktor. Im Zuge der besonders auftragsträchtigen Nachkriegszeit wurde dann bereits im Jahre 1954 eine Erweiterung des ersten Teilbetriebes zum Abschluss gebracht, wodurch die Zusammenfassung der an drei verschiedenen Orten getrennt arbeitenden Produktionsstätten ermöglicht wurde. Im gleichen Jahr erfolgte die Eintragung der Firma als Kommanditgesellschaft in das Handelsregister des Amtsgerichts Solingen. Auf dem Hintergelände wurde ein weiterer Betriebsneubau erstellt sowie längsseits des Betriebes eine überdachte Rampe geschaffen. Durch eine Erweiterung des betriebseigenen Fuhrparks wurde die Lagerquote in möglichst kleinen Grenzen gehalten. 1957 wurde das Bürogebäude errichtet. Der letzte Bauabschnitt konnte im Jahre 1961 beendet werden.

Hier entstand eine nach modernsten Gesichtspunkten konstruierte Lackierstraße auf der Basis der elektrostatischen Spritzlackierung. Durch die gleichzeitige Schaffung von Anlagen für die Vorbehandlung in Bezug auf das Entfetten und das Phosphatieren der Werkstücke vor dem Lackierprozess wurde somit eine selbständige Abteilung innerhalb des Gesamtbetriebes geschaffen. Die eigentliche Lackierstraße führte zunächst an einem wasserberieselten Spritzstand vorbei, an dem die zur Bearbeitung kommenden Werkstücke von Hand aus elektrostatisch vorgespritzt werden konnten. Anschließend durchliefen die Teile noch zwei ebenfalls wasserberieselte Spritzkabinen, die mit hydraulisch arbeitenden elektrostatischen Spritzpistolen bestückt waren, und denen jeweils eine Abdunststrecke mit einer Länge von 27 Metern nachgeschaltet war. Diese mündeten schließlich in den Trockenofen ein. Die Transportkette zur Führung des Lackiergutes durch die Anlage hatte eine Gesamtlänge von 137 Metern und konnte Teile mit den Ausmaßen 1700 x 1600 mm und einer Objekttiefe von etwa 900 mm befördern. Die Durchsatzgeschwindigkeit war stufenlos regelbar und konnte von 0,50 bis 4,80 m/min eingestellt werden. In den ersten Jahren nach der Inbetriebnahme wurden neben Waschmaschinenblechen vor allem Rasenmäherteile, Stuhluntergestelle, Gepäckablagen und Bundeswehrgerät oberflächengeschützt. Der Oberflächenschutz für Scheren und Kastenmesserschalen wurde im Jahre 1965 eingestellt.

Ernst Paul Ebbinghaus 1935 - 2002

Ebbinghaus-Historie-07Die Inbetriebnahme der modernen Phosphatieranlage war für die Firma Ebbinghaus ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft. Am 12. Februar 1971 starb Erich Ebbinghaus kurz vor der Vollendung seines 64. Lebensjahres. Bereits seit dem 1. Mai 1968, neben seinem Vater persönlich haftender Gesellschafter des Unternehmens, übernahm nun Ernst Paul Ebbinghaus als einziger Erbe die Verantwortung. Im Jahr 1970 wurde der Aufbau der Elektrotauchlackieranlage 1 abgeschlossen, um die starke Nachfrage nach der Massengutbeschichtung im Farbton schwarz abdecken zu können. Im Jahr 1980 wurden die Elektrotauchlackieranlage 2 aufgebaut und die angrenzenden Arbeitsgruppen erweitert. Die Abwasseranlage wurde modernisiert. In diesem Jahr zählte die Belegschaft 75 Mitarbeiter. In diesem Jahrzehnt wurden auf den Nasslackieranlagen Großserien für die Waschmaschinenindustrie beschichtet, bei gleichzeitigem Ausbau der Stückgutbeschichtung.

Die Elektrotauchlackieranlage 1 wurde 1992 stillgelegt. Der stark expansive Markt der KTL Lackierung führte 1980 zu der Eröffnung des Werkes Ransbach – Baumbach. Auf dem Gelände der Schütz Werke wurde eine Lackieranlage angemietet und in eigener Verantwortung betrieben. Die zum Betrieb der Anlage notwendigen Mitarbeiter wurden teilweise von Schütz gestellt und an Ebbinghaus verrechnet. Die Beschichtung von Riemenscheiben entwickelte sich zu einer Spezialität. In Solingen wurden auf der Bandlackieranlage unterschiedlichste Teile gefertigt: für FIBRON die BMW Motorradverkleidungen, für AIRBUS Fußbodenstützen und für die ARIANE Treibstoffbooster. Nach dem anhaltenden Boom in der KTL Beschichtung im Werk Ransbach- Baumbach entschloss sich Ernst Ebbinghaus 1988 zu einem Neubau im Solinger Ortsteil Aufderhöhe.

Ebbinghaus-Historie-08Auf der grünen Wiese entstand ein Lohnbeschichtungswerk mit Großserienanlagen für die Elektrotauchlackierung und der Spritzlackbeschichtung. Bei Ebbinghaus waren 120 Mitarbeiter beschäftigt. 1990 erfolgte nach Übernahme der Lackieraufträge die Schließung des Werkes Ransbach- Baumbach. In den folgenden drei Jahren kämpfte auch Ebbinghaus mit den Auswirkungen des Preisverfalls, der durch VW ausgelöst worden war. Die Belegschaft verringerte sich von ehemals 130 Mitarbeitern auf 55 festangestellte Werker, die Auslastung fiel von 2,5 Schichten auf 1 Schicht zurück.

Marco Eric Ebbinghaus 1962 - heute

Ebbinghaus-Historie-09Hundert Jahre nach der Geburt des Unternehmensgründers Ernst Ebbinghaus wurde sein Ur-Enkel Marco Ebbinghaus geboren- und trat im Jahr 1992 als ältester Sohn von Ernst Paul Ebbinghaus in die Geschäftsführung ein. Er übernahm für den erkrankten Vater das Tagesgeschäft und konnte erst 1996 den Umsatzrückgang aus der Trennung von VW anhaltend kompensieren. DAIMLER CHRYSLER, größter Hersteller von Nutzfahrzeugen in Europa, änderte 1997 seinen Korrosionsschutz für die schweren LKW und suchte einen Lohnbeschichter, der ein Werk vor den Toren von Wörth errichtete.

In dem Zeitraum der Prüfung für die Realisierung des Werkes Hagenbach wurden in Solingen die Anläufe für den ACTROS LKW beschichtet und führten zu einer Vollauslastung.

Marco Ebbinghaus wurde beauftragt, die Beschichtung aller Rahmenanbauteile für das Werk Wörth vor Ort durchzuführen und gründete dafür 1997 die OFTEC Oberflächentechnik GmbH & Co. KG sowie die FEO GmbH in Hagenbach bei Karlsruhe. Nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit wurde am 18. Mai 1998 der erste Warenträger in Hagenbach beschichtet. Schon 11 Monate später arbeitete OFTEC in Hagenbach zweischichtig. Das Werk produzierte zu diesem Tage mehr als 200 t Guss- und Schmiedeteile und hatte mehr als 80 Mitarbeiter. In diesem Werk wurde erstmals Fertigungstechnik auf dem Stand der automobilen Serienfertigung angewandt. So transportieren dort bis heute führerlose Transportfahrzeuge die Lackiergestelle durch die Werkshallen, und die Lagerung findet in einem Hochregallager statt.

Ebbinghaus-Historie-10Die Planung und Realisation von Lohnbeschichtungsanlagen und Werken wurde in den Folgejahren immer häufiger angefragt. 2002, dem Todesjahr von Ernst Paul Ebbinghaus, folgte die Gründung der Ebbinghaus Verbund GmbH durch Marco Ebbinghaus, der die Geschäftsführung aller Unternehmen von seinem Vater übernahm. Der Ebbinghaus Verbund hat die  Aufgaben der Werkplanung und Realisation, zentrale Verwaltungsdienstleistungen für die Werke zu erbringen und die Vermarktung der Lohnlackierung sowie der Werkkonzepte durchzuführen. Als erstes Projekt des Verbundes wurde in Werndorf (A) ein Standort gegründet, der Lohnbeschichtungsaufträge nach Deutschland versandt hatte. Schon zwei Jahre später konnte von EISENMANN ein Werk / Betreibermodell aufgekauft werden, dessen Aufgabe es ist, alle Anbauteile des MERCEDES G zu beschichten.

Dieses Fahrzeug wird im zwei Kilometer entfernten Standort bei MAGNA in Graz in Lohn hergestellt. Die Ebbinghaus Styria Coating GmbH in Graz beschichtet heute neben den Teilen für MAGNA auch als Lohnbeschichtungsunternehmen Teile für die gesamte österreichische Zulieferindustrie und ist Mitglied im Automobilcluster Steiermark.

Ebbinghaus-Historie-11Weitere Projekte mit DAIMLER in der Türkei und in Kassel, mit Georg Fischer in Singen, sowie Rauch in Sinsheim führten zu laufenden Beschichtungsanlagen, die in Verantwortung der Kunden produzieren. 2002 wurde auch Lars Ebbinghaus, der jüngere Bruder, in die Geschäftsführung der Ernst Ebbinghaus GmbH & Co.KG berufen.

2007 trafen die Brüder die Entscheidung, das mittlerweile im Wohnmischgebiet liegende Gründungswerk Solingen Ohligs als Lohnbeschichtungsstandort stillzulegen- und in das Werk nach Aufderhöhe zu verlagern. Dazu erweiterten sie den Standort mit einer Halle um rund 3.000 m². Auch wurden die Logistikflächen umgebaut und die KTL Anlage mit einem neuen Trockner und internen Förderstrecken erweitert und modernisiert. Im März 2009 wurden die letzten Produktionsbereiche nach Aufderhöhe verlagert.

Die 2008 / 2009 einsetzende Finanzkrise traf direkt nach der Fertigstellung das Vorhaben und sorgte für einen fast vollständigen Umsatzeinbruch. Alle Rettungsversuche scheiterten, und so musste im Juni 2009 für die Ernst Ebbinghaus GmbH & Co. KG Insolvenz angemeldet werden. Dank der Trennung der Unternehmen in eigenständige Einheiten wurden die anderen Firmen nicht von diesem Schritt betroffen. Nach Abwicklung der Insolvenz der Ernst Ebbinghaus GmbH & Co. KG schied Lars Ebbinghaus auf eigenen Wunsch aus dem operativen Geschäft des Ebbinghaus Verbund und seiner Gesellschaften aus.

Ebbinghaus-Historie-12Im Jahr 2010 eröffnete OFTEC in Solingen einen temporären Fertigungsstandort bei der Spedition Schnug, in dem die KTL Beschichtung übergangsweise durchgeführt wurde. Dieser Standort wurde zum Jahreswechsel 2010 um eine Strahlanlage erweitert. Die operativen Unternehmen wurden in diesem Jahr durch die Gründung der Ebbinghaus Grundstücksverwaltungs- GmbH & Co. KG ergänzt, die seitdem die Immobilen verwaltet und unterhält. Als eine der ersten Akquisitionen konnte das Gründungswerk in Solingen Ohligs aus der Insolvenz zurückerworben werden, um hier zukünftig die Verwaltung der Ebbinghaus Werke zu zentralisieren.

technikumI

In 2012 wurde die Planung für diesen Standort um ein Technikum erweitert und dieses auch als ersten Bauabschnitt (BA1) realisiert. Hierfür wurden von der Gesamthallenfläche von 3.600 m² rund 1.000 m² verwendet. Der temporäre Standort wurde aufgegeben und in das neue Technikum verlagert. Im Jahr 2014 konnte nun die Ebbinghaus Verbund GmbH zur Dunkelnberger Strasse umziehen- und so wurden damit die zentralen Dienstleistungsbereiche wieder am ursprünglichen Firmensitz zentralisiert. 60 Jahre nach der ersten Erschließung der Grundstücke konnte ein Großteil der Flächen für die Aus- und Weiterbildung, wie auch als Verwaltungs- und Präsentationsflächen umgebaut werden. Weiter Flächen werden durch die neugegründete ebbtron für CoWorking genutzt. Ein einzigartiges Auditorium mit 60 Sitzplätzen erweitert das Angebot an Schulungen und Seminaren.

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